MEGAPHON IN TON/Dezember 2010/
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Extra 3: Extra 3 (© Extra 3)

Mehr Schatten

Von: Christof Huemer

EXTRA3. Die Supergroup Extra3 verleiht modernem Jazz eine armenische Note und wendet sich mit einem ungewöhnlichen Anliegen an die Berge.

Extra3, weiß die zuständige Internetseite, ist „more than a trio“. Man kann diese Selbsteinschätzung nur unterstützen. Immerhin besteht das vermeintliche Trio aus zumeist vier, in nicht wenigen Fällen sogar fünf Personen. Dass diese zusätzlichen SpielerInnen nun jenes Extra sind, auf das sich der Name bezieht, muss Spekulation bleiben. Verbürgt hingegen ist, dass Extra3 auf MEGAPHON in Ton, Vol. 3 vertreten ist und dort demonstriert, was es am besten kann: Jazz mit armenischer Spielanlage.
Die hochkarätige Extra3-Mannschaft besteht im Kern aus dem international eingesetzten Schlagzeuger Emil Kriåtof, dem oftmaligen musikalischen Legionär und Bassisten Stefan Gfrerrer und dem in Armenien geborenen Karen Asatrian, seines Zeichens Musiker, Arrangeur, Komponist und Vielkönner. Die meisten Stücke auf der Extra3-Seite – sie verbinden „europäische Musiktradition mit der Kunst der Improvisation“, wobei „Motive armenischer Folklore der Musik eine extravagante Note verleihen“ (Band-Info) – stammen aus Asatrians Feder und erinnern in Laune angenehm an Henry Mancini.
Für das MEGAPHON aber wählten Extra3 ein armenisches Traditional. „Hov Arek“, so Asatrian, „ist Arbeitersong“, dessen Titel konkret übersetzt „Bitte mehr Schatten“ lautet, ein Anliegen, das Arbeiter an die Berge richten, nebenbei. Extra3 interpretiert dieses Gesuch nun wie europäische Spitzenmannschaften ihren modernen Fußball. Piano, Drums und Bass praktizieren perfektes Forechecking, der Vierte im Trio, Michael Erian, nützt seine Freiheit für ein mannschaftsdienliches Saxofonsolo. Und Sängerin Anush Apoyan geht in die freien Räume. Was sie dort mit ihrer tollen, in vollkommen ungewöhnlichen Jazzfarben strahlenden Stimme macht, gehört mit zum Schönsten, was MEGAPHON in Ton zu bieten hat. Leider handelt es sich bei Extra3 um eine All-Star-Mannschaft, die nicht oft zusammenfindet. Fans folgen daher „Armenian Spirit“, Asatrians unter anderem mit Wolfgang Puschnig besetztem Septett im Dienste derselben Sache.  

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