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COLA LIBRE

Von: Ingrid Brodnig

SOMMERBRAUSE Süß, aber erfrischend. Schäumend, aber länger als nur beim Einschenken. Und schwarz wie die Nacht – so soll Cola sein. Im Segment der meistgetrunkenen Limonade der Welt herrscht das Monopol von Coca-Cola – einem Konzern, der die Privatisierung von Wasser massiv mitverschuldet.
Also Always Coca-Cola? Das muss nicht sein. Abseits von Coke und Pepsi gibt es nicht nur die „Real American“ Billig-Colas – es gibt auch clevere Alternativen. Nur: Schmecken die? Eine Frage, deren Beantwortung durchaus Wagemut erfordert. Sechs Getränke abseits des Limonaden-Mainstreams wurden vom MEGAPHON anhand folgender Kriterien geprüft: Geschmack & Geruch, Farbe & Prickel­erlebnis - Zusatzpunkte gab es für Design, Getränkename und die Originalität des Produkts. Der Testsieger ist schwarz und sexy.

Das wahre Afri
Premium-Cola, Note 2;
Afri-Cola wurde 1998 verkauft und kommerziell ausgeschlachtet. „So nicht“, meinten ein paar Afri-Liebhaber und erstritten das frühere Rezept. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Das im Nebenerwerb hergestellte Premium-Cola riecht, schmeckt und sieht aus wie Cola. Das Design der hippen Flasche ist auf das Wesentliche reduziert. Puristen und Koffeinabhängige werden ihre Freude daran haben, auch wenn die Kohlensäure schnell verfliegt. Webtipp: www.premium-cola.de.
Erhältlich im Veilchen (Forum Stadtpark): 0,33 Liter um 2,30 Euro

Die slowenische Legende
Cockta, Note 2;
Knapp hinter Premium-Cola musste sich Cockta einpendeln – dass es kein Koffein enthält, wirkt nicht nur in der Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen uncool. Das Getränk gab es bereits unter Tito. Das „super Kindercola“ (Tester) schmeckt leicht malzig, hat einen fruchtigen Abgang und eine gewisse Säure, sodass die Brause nicht zu süß ist. Für Früh-Schlafengeher empfohlen.
Erhältlich im Café Carmen (Griesgasse): 0,25 Liter ca. 2 Euro

East meets West
Cola Turka, Note: 3;
Nach Orient schmeckt das importierte Cola. Die Begleitnote des Aromaöls Patschouli ist gewöhnungsbedürftig, schmeckt ab dem dritten Schluck aber besser. Der Softdrink sprudelt auch nach dem Einschenken und ist nicht zu süß. „Da muss ich an Kairo denken“, meinte ein Tester. Der Pluspunkt des selbstsicheren Namens wurde vom Minus für das Billigdesign aufgehoben. Wobei es schon fast so trashig ist, dass es wieder cool wirkt.
Erhältlich im türkischen Lebensmittelhandel: 1 Liter um 1,30 Euro

Faire Cola mit Guarana
Guaranito, Note: 3-4:
Den intensiven Camparigeschmack muss ein Cola erstmal schaffen – ob das nun gut oder schlecht ist. Mit dem Rohrzucker wurde jedenfalls übertrieben, ein rauchiger Geschmack begleitet die Süße. Farbe hat das Getränk noch nicht bekannt, weder zu Campari noch zu Cola: Das Braun erinnert an so manches Flusswasser im fairen Anbaugebiet. Der Genuss dieses Colas geschieht zumindest nicht auf Kosten anderer. „Qualitätszutaten!“, freute sich ein Tester.
Erhältlich im Weltladen (Mandellstraße): 0,275 Liter um 0,95 Euro

Retro-Zuckerwasser
Sinalco, Note: 4;
Der volle Geruch verspricht, was der Geschmack bei weitem nicht halten kann. „Wie aufgelöste Zuckerl“, war die erste Assoziation. Die Farbe ist in Ordnung, die Substanz aber dünn. Wer ein fades Cola trinken will, ist hier bedient. Ansonsten: Einfrieren und lutschen!
Erhältlich in Merkur-Läden: 1,5 Liter um 0,80 Euro

Themenverfehlung
Scorpion, Note: 4-5;
Cola aus Kalsdorf - nur für Unerschrockene: „Cola & Energy“ verspricht das Etikett. Vermutliche Zielgruppe: Fahrer eines tiefer gelegten „Golf-TDI“. Beim Öffnen der Flasche sticht ein chemischer Geruch entgegen – ähnlich sauer wie Colakracher. Das ist aber der einzige Konnex zu Cola – denn es schmeckt wie Hustensaft, bzw. Blendi-Zahnpasta. Alles Eigenschaften, die nicht im flüssigen Lebensmittelbereich liegen. Aufgrund des Heimvorteils wurde von einer glatten Fünf abgesehen.
Erhältlich beim Afro-Asiaten gegenüber Josefskirche: 0,5 Liter um 1,20 Euro


Leserkommentar:

Premium gibt es nicht nur in Graz :-)) Peter Thomas Suschny  26.10.05,09:50

Hallo Frau Brodnig!

Ich erspare Ihnen jetzt lange Details, ich bin als 1962 mehr in den 60ies als in den 70ies zu Hause (schon alleine der Musik wegen und der vielen tollen Kindererinnerungen) und bin bei einer Zusammenstellung heimischer Süßwarensorten ab 1945 bis heute auf die Tatsache gestossen, daß das "Ur-Afri" (ich kenne den legendären Charles-Whilp-Spot aus jenem Jahr, wo andere gegen Vietnam protestierten, Otto Mühl in Wien aufs Uni-Pult gackte und ich in die erste Volksschule kam) und jetzt "Premium" heißt (Vom Süßwarengeschäft "Süßes Eck" in Wien bei der Volksoper, der auch einige nette Kirstein-Schilder nach wie vor über dem Portal montiert hat).
Habe die Hamburger kontaktiert und seit September die Logistik übernommen (bin im Hauptberuf Botendienstfrächter), die lieben Grazer waren auch bald bei mir zwecks Nachschub besorgen fürs Veilchen. Und in Wien führen das mittlererweile neben dem Süßen Eck auch "Wirr", "Espresso", "Phil" (sprich Viel), "Disaster Clothing" und "Unartig & Sehr Charmant" und hoffentlich demnächst noch ein paar mehr.
Beste Grüße nach Graz
Peter Thomas Suschny

www.werbemuseum.at
www.premium-cola.at

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