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Reisen vor Ort

Von: Judith Schwentner

HANDGEPÄCK
Koffer packen – zu Hause bleiben. Wer mehr über die Welt und sich selbst erfahren will, muss nicht immer nach Weit Weit Weg. Ab sofort genügen leichtes Handgepäck und der neue Megaphon-Stadtführer „Reisen vor Ort“.

Meist fahren wir – urlaubsbedingt –­ weg, um möglichst weit weg von dem zu sein, was für uns Alltag bedeutet. Wir wollen Abstand und den Erholungswert optimieren. Manche tun das als Ballermänner, also Abschalten und Wegdrönen – ohne jegliches Gefühl für die vielen Kilometer, die binnen kürzester Zeit zurückgelegt wurden. Andere wieder als sanfte Touristen ohne böse Absichten und in voller Offenheit für das, was da in der Fremde geboten wird.  Mit oder ohne direkte Kontaktaufnahme, als Beobachter oder auch als aktive Reisende, die sich auf Land und Leute bewusst einlassen. Wir begeben uns im besten Fall auch immer an einen anderen Ort, um etwas mehr über uns zu erfahren.

Vor Ort
Doch dafür müssen wir nicht unbedingt und immer nach Weit Weit Weg. Zudem reist die menschliche Seele ohnehin mit maximal 60 Stundenkilometern. Der Türke am Eck, der Chinese in der nächsten Gasse, der Kulturverein im Viertel machen es möglich, dass wir selbst in einer Kleinstadt wie Graz mit den verschiedensten Menschen in Kontakt kommen. Ganz ohne China-Town, Little Italy, oder Little Odessa. Graz selbst ist zu little, und längst groß genug, um rund 140 Nationen Heimat oder vorübergehender Aufenthaltsort zu sein. Das beweist nicht zuletzt ein sich ständig änderndes, lebendiges Stadtbild. Galten vor einigen Jahren die ersten griechischen und italienischen Lokale noch als Exoten, so gehören für die jüngste Generation afrikanische Schulfreunde, der türkische Greißler am Eck und das Essen mit Stäbchen zum Alltag.

Momentaufnahme
Für einen Hurra-Multikulti-Lokal-Patriotismus sind wir dennoch nicht zu haben. Auch mit einer „friedlichen Koexistenz von Speisekarten“ (Feridun Zaimoglu) wollen wir uns nicht ganz abfinden. Wie sich das MEGAPHON als Straßenzeitung vom medialen Mainstream nicht nur in seiner Farbe abhebt, unterscheidet sich auch „Reisen vor Ort“ von vergleichbaren Publikationen.
Die Lust auf das Andere, der Blick über den eigenen Tellerrand, steht dabei im Vordergrund. Ohne die nötige Portion Interesse, aber auch Respekt, bleibt die Stadt in ihrer Fülle und Buntheit verborgen. Entdecken Sie mit uns die Summe der einzelnen Teile als Momentaufnahme dieser Stadt! Dafür haben wir (eine nicht geringe Anzahl an StudentInnen der FH Joanneum und an freien MitarbeiterInnen) uns auf Pfade begeben, die so verschlungen gar nicht sind, und Orte aufgesucht, die uns eigentlich immer offen stehen. Kulturvereine, Lokale, Geschäfte und Religionsgemeinschaften laden mit dieser Bestandsaufnahme zum Selbstversuch ein. Grundsätzlich galt es diese Vielfalt in (Buch)Form zu bringen. Dass es dabei zu bewussten Auslassungen im Sinne des megaphonischen Zugangs kam, ist kein Zufall: das in den Vordergrund stellen, was weniger vom Licht der Öffentlichkeit verwöhnt ist.
Die Möglichkeiten mit Menschen anderer Herkunft in Kontakt zu kommen sind unerschöpflich. Und unterliegen einer relativen Fluktuation. Sollte der eine Kebapstand nicht mehr existieren, das allerneueste afrikanische Lokal dafür noch nicht verzeichnet sein, so schreiben Sie das Buch einfach für sich weiter. Wir wünschen eine gute Reise!

Ab Anfang November um 16 Euro bei Ihren Megaphon-Verkäufern erhältlich. Die Hälfte bleibt wie immer beim Verkäufer.

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