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BANDEN-CHECK

Von: Julian Ausserhofer, Benedikt Hackauf

DAMENEISHOCKEY
Die Steiermark zählt drei weibliche Eishockeyteams. Sie alle machen in dieser Saison Jagd auf Puck und Meistertitel. Das Megaphon hat die derzeit beste steirische Dameneishockeymannschaft, die „Devils Graz“, bei einem Heimmatch besucht.

Null zu Fünf. Die zweite Saisonniederlage und dann auch noch die Tabellenführung an den Gegner, die „Kundl Crocodiles“, verloren. Für die Damen der „Devils Graz“ (DEC) also kein Grund zu ausgelassener Freude. Aber auch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.

„Natürlich zählt für uns auch das Ergebnis. Aber im Vordergrund steht, dass wir zusammen Spaß haben“, bekräftigt Renate Nierhaus, eine der ambitionierten Spielerinnen des DEC. Die 23-jährige Stürmerin weiß, warum es trotz des verlorenen Matches keine Schuldzuweisungen innerhalb der Mannschaft gibt: „Wir sind Freunde und spielen mit Freude.“ Dieses gelebte Motto erklärt auch den großen Zulauf an neuen Spielerinnen, den der DEC Graz verzeichnet. Zählte der Verein bei seiner Gründung vor knapp einem Jahr 14 eishockeybegeisterte Frauen, so sind heute schon knapp 40 gemeldet. „Das ging so schnell, weil wir niemanden ablehnen. Wir freuen uns über jede neue Mitspielerin“, erklärt Renate Nierhaus.

„Eislaufen kannst du lernen“, ist auf der Homepage der „Devils“ zu lesen. Jede Dame, die Interesse am Eishockeysport hat, darf mittrainieren und wird später auch eingesetzt. „Es gibt auch kein Alterslimit“, erklärt Vereinspräsident Gerhard Fleissner: „Unsere jüngste Spielerin ist zwölf Jahre alt und eine wahnsinnig talentierte Torhüterin. Alle zwischen Neun und Neunzig sind herzlich willkommen.“

Grundsätzlich gelten beim Dameneishockey dieselben Regeln wie bei den Herren. Große Unterschiede gibt es jedoch bei der erlaubten Spielhärte. Während es bei den Herren erlaubt ist, den Körper des Gegenspielers absichtlich zu attackieren und ihn hart „an die Bande zu checken“, ist dies bei den Damen verboten. „In der Realität schaut das aber anders aus, da wird schon ziemlich hart gespielt“, meint Renate Nierhaus.

Beatrix Weissenbacher, Gattin des Trainers, „gute Fee“ des Vereins und selbst aktive Spielerin weiß, dass neben erhöhtem körperlichem Einsatz auch großes persönliches Engagement notwendig ist: „Wir haben am Samstag um 7.50 Uhr Training und obwohl fast die Hälfte unserer Mädels nicht in Graz wohnt, sind immer fast alle da.“ Präsident Gerhard Fleissner fügt hinzu: „Außerdem können wir unseren Spielerinnen keine Prämien zahlen, dafür ist einfach noch zuwenig Geld vorhanden. Selbst die Anfahrt zu Trainings- und Heimspielen müssen sie sich selbst finanzieren.“

Obwohl bei den „Devils“ der Mensch im Mittelpunkt steht, wie Fleissner immer wieder anmerkt, gibt es für ihn natürlich auch sportliche Ziele. Ein Aufstieg in die höchste Spielklasse, die Damen Eishockey Bundesliga ist geplant: „Wir wollen natürlich auch in Zukunft ganz vorne mitspielen. Außerdem hoffen wir, dass wir nächstes Jahr ein zweites Team gründen können, denn 40 Spielerinnen sind für nur eine Mannschaft schon fast zu viel.“

Die Männerwelt steht Dameneishockey übrigens offener gegenüber, als man vielleicht glauben würde. Nur selten hören die Spielerinnen des DEC abschätzige Bemerkungen, wie Stürmerin Renate Nierhaus berichtet: „Die Reaktionen äußern sich eher als Erstaunen darüber, dass es diesen Sport überhaupt gibt und dass er auch von durchaus zierlichen Damen ausgeübt wird.“ Dass letzteres stimmt und dass es die Mädels der „Devils“ keinesfalls schlecht machen, beweisen sie jedes Wochenende. Und sicher klappt’s auch bald mit dem ersten Meistertitel.

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