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Afrika hoch Leben

Von: Maxwell Sibanda

Das afrikanische Kulturgeschehen in Graz zeigt sich erfrischend vielseitig. Allem voran: Das zweite Chiala-Afriqas-Festival vom 25. Juni bis 3. Juli.

Wir treffen uns als afrikanische Gemeinschaft, um all das Positive herauszustreichen, das Afrika vorzuweisen hat. Wir werden, gemeinsam mit den GrazerInnen, unsere Kultur hochleben lassen.“ Kamdem Mou Poh á Hom, der Koordinator des Festivals, zeigt sich zuversichtlich, dass das diesjährige Chiala Afriqas Festival ebenso erfolgreich wird wie das vorangegangene: „Ich bin sicher, man wird viel über die afrikanische Kultur, von der Kunst bis zum Geschichtenerzählen, lernen können.“
Start ist am 25. Juni im Citypark: Besucher­Innen werden mit afrikanischer Musik und Kindermärchen unterhalten und mit afrikanischen Speisen verköstigt. Der Weltladen Citypark wird Interessent­Innen eine Auswahl von typischen Produkten anbieten, ein Zeichen der Solidarität Europas mit Afrika. Drei afrikanische Filme werden im Rahmen des Festivals gezeigt, zusätzlich zu den Filmen wird es auch Vorlesungen von Afrikanischen AkademikerInnen geben.“ Kamdem Mou Poh á Hom: „Ein Höhepunkt des Festivals wird der ‚Empowerment-Workshop für afrikanische Jugendliche‘ sein, der am 1. Juli statt findet und den ganzen Tag dauern wird. Wir wollen den Jugendlichen die Möglichkeit der Mitbestimmung geben und ihnen ein Gefühl der Zugehörigkeit vermitteln. Die meisten sind hier geboren und für einige ist es schwierig, mit den Spannungen des Lebens hier fertig zu werden. Sie brauchen Aufmunterung, damit sie mit Entschlossenheit in die Zukunft blicken können.“ Workshopleiterin Araba Johnston Arthur wird die Veranstaltung koordinieren und moderieren.
Am gleichen Tag gibt es eine Veranstaltung im Kindermuseum: Babátólá Alóba, ein Geschichtenerzähler aus Nigeria, wird Kinder mit seinen spannenden Volksmärchen unterhalten. Am 2. und 3. Juli, den beiden Schlusstagen des Festivals, wird der Augarten mit Musik, Tänzen und Workshops über Themen wie Malerei, Kunst oder Kochen belebt.
Es gab im Juni noch einige weitere vielbeachtete Veranstaltungen in Graz: In der Galerie des Künstlerbundes war die Ausstellung „Steinskulpturen aus Simbabwe“ zu sehen. Professor Heneri Dzinotyiweyi von der Gutsameso Gallery in Simbabwe eröffnete die Ausstellung: „Die Arbeiten, die Sie hier sehen, stammen von 21 simbabwischen BildhauerInnen. Ich freue mich über diese Gelegenheit, simbabwische Kunst zu präsentieren. Unser Land wird von Stein bestimmt; wir sind gekommen, um einige der interessantesten Arbeiten zu präsentieren, die wir über die Jahre angesammelt haben.“
Die Kenianerin Louise Prinz hielt im afrikanischen Restaurant ‚Coco House‘ einen bewegenden Vortrag über die HIV-Problematik in ihrer Heimat. Ihre Präsentation ‚Aids and its effects in Kenya‘ wurde vom ‚Women in Graz with African or Asian Heritage Club‘ unterstützt. Bei der gut besuchten Veranstaltung wurden afrikanische Frauen zu verantwortungsbewusstem Verhalten ermutigt. Louise Prinz: „Die Tage sind vorbei, da man dachte, AIDS wäre auf Afrika beschränkt. AIDS ist überall. Wir AfrikanerInnen, die wir hier leben, sollten uns über die Krankheit informieren, damit wir uns vor ihr schützen können. Ich habe mich entschlossen, über AIDS zu sprechen, weil die meisten meiner engen Verwandten daran gestorben sind.“

Weiterführende Informationen unter:

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Friedrichgasse 36, 8010 Graz
Tel: 0316/8015 650
Fax: 0316/81 23 99
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