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Auf den Diwan!

Von: Judith Schwentner

GRIES II
Oriental Journey für Daheimgebliebene: Im Serdivan wird türkische Kaffee- und Teehaustradition groß geschrieben.

Ein gourmettechnischer Hinweis in Anschluss an unseren Juli-Tipp vorweg: Der ‚Grill am Gries’ hat jetzt auch einen kleinen Gastgarten! Was zugleich auch schöner Auftakt für einen Sommerabend an einem sehr urbanen Punkt unserer kleinen Weltstadt sein kann. Wir erinnern uns: der kleine Platz am Nordende des Griesplatzes versprüht eine Dynamik, die jenseits der Mur selbst mit höchstem gastronomischen Aufwand selten in dem Ausmaß erreicht wird. Hier ist nämlich Stadt. In ihrer ganzen Vielfalt und Lebendigkeit. Wer sich darauf einlässt, kommt neuerdings zudem zu einem Erlebnis der ganz besonderen Art.

An der Ecke zur Brückenkopfgasse hat der ehemalige Gries-Shop Besitzer Mehmed Ünal ein Refugium in orientalischer Tradition kreiert. Nach einem Vorbild in Instanbul hat sein türkisches Kaffee- und Teehaus den Namen ‚Serdivan’ erhalten. Was übersetzt so viel wie ‚Auf den Divan’ heißt, geht auch mit der deutschen Assoziation ‚Sehr (viel) Divan’ ganz gut durch. Teppiche, Pölster, kleine Nischen, Baldachine und Tücher laden ein in eine ganz andere Form von Lokalkultur. Und an den einzigen Ort in Graz zudem, an dem neuerdings wieder gemeinsam an einer Nargile, Wasserpfeife, geraucht werden kann (mit jeweils eigenem Mundstück). Wie geraucht wird und welche Geschmacksrichtung des Tabaks Anfängern am besten schmecken könnte, darüber gibt Mehmed Ünal, mittlerweile österreichischer Staatsbürger, übrigens gerne und bereitwillig Auskunft. Und hilft etwaige Schwellenängste sehr umsichtig zu vertreiben. „Die Österreicher haben leider einfach oft Scheu, Lokale wie dieses zu betreten“, erklärt er. Aber auch für ihn war es nicht leicht, so einfach umzusatteln. Schon aus dem Grund, dass er bislang keine Erfahrung im Gastgewerbe hatte. „Da kann schon passieren, dass man am Eröffnungstag drauf kommt, dass noch keine Kaffeelöffel vorhanden sind.“

Apfel übrigens ist die Geschmacksnote, die unerfahrenen Nargile-Rauchern empfohlen wird. Nicht ohne Grund: ist der süßlich-duftige Rauch doch wirklich verfänglich. Und macht er tatsächlich Lust auf eine weitere Geschmacksrichtung wie Erdbeer oder Capuccino. Der reine Tabak-Geschmack bleibt vorerst Sache der fortgeschritteneren Raucherklasse.
Wichtig ist Ünal zudem der kulturelle Hintergrund: „Mit dem Rauchen ist vor allem auch das ausgiebige Gespräch verbunden“, betont er. Das soll hier Platz haben. Bei einem Gläschen Tee, der jederzeit nachgeschenkt wird, spricht auch wenig dagegen, sich auf den bequemen Teppichen und Pölstern gleich für längere Zeit niederzulassen.
Am Angebot wird allerdings noch gefeilt. Werden bislang nur (alkoholfreie) Getränke angeboten, so sollten künftig doch auch kleine Imbisse Platz haben. Auch zu späterer Stunde. „Damit auch gestresste Taxifahrer die Möglichkeit haben, sich für kurze Zeit zu entspannen.“ Nicht nur ihnen ist der Erholungsfaktor garantiert.

Info:
Serdivan, Griesplatz/Ecke Brückenkopfgasse, täglich von 10-24 Uhr geöffnet

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