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Wohnungsdiskriminierung

Von: Bernhard Plasser

Ich bin Maschinenbaustudent an der Tu Graz und seit nun mehr 2 Jahren begeisterter Leser ihrer Monatszeitung. Eigentlich beschränke ich mich meist auf s Lesen des Magazins, als mir aber dann am 8. März diesen Jahres der Artikel „Wohnungslos“, der sich mit der Benachteiligung von Ausländern bei der Wohnungssuche beschäftigt unterkam, fiel es mir einfach zu schwer mich zurück zu halten. Warum das ganze? Ganz einfach!
Als ich im Oktober des Jahres 2003 nach Graz zog kam ich nicht drum herum mir eine Wohnung zu suchen, da mein Heimatort einfach zu weit von Graz entfernt ist. Nahe liegt nun die Annahme, dass ich selbst Ausländer bin. Dem ist aber nicht so. Nichts desto trotz gestaltete sich die Suche nach einer Wohnung in Graz äußerst schwierig. Und all das obwohl die Ansprüche unsererseits (von mir und meinem Mitbewohner) bei Leibe nicht groß waren. Immer wieder wurden uns die gleichen Argumente genannt:

Studenten! Nein, die machen ja immer so viel lärm –obwohl Graz eine doch sehr Studentenfreundliche Stadt ist (im österreichischen vergleich)-.

Leider nein, wir haben eher an ein älteres Ehepaar gedacht.

Und so weiter und so fort. Ich kann ihnen bestätigen, dass ich ihnen noch unzählige andere Ausreden/Argumente aufzählen könnte, um aber zur eigentlichen Aussage zu kommen werde ich dies nicht tun.
Immer wieder wurden wir also abgewiesen. Wohl gemerkt immer erst nachdem wir unsere Situation beschrieben haben. Doch einen Satz –den wir nicht nur einmal zu hören bekamen-, den wird ich so schnell nicht vergessen.

"Sie sind aber keine Ausländer, oder?" Selten aber doch mehrmals wurde uns diese Frage gestellt. Eine plausible Erklärung, warum man uns diese Frage gestellt hat, konnte uns natürlich keiner geben. Fakt ist, dass es sogar mir als Österreicher auffiel, dass es wohl scheinbar wirklich äußerst schwierig sein muss als „Nicht“-Österreicher eine Wohnung zu finden. Irgendwie (eine) scha(n)de! Vor allem, da ich mit diesem Problem in anderen Städten nicht weniger konfrontiert war. Vielleicht sogar im Gegenteil. Möglicherweis war die Ablehnung von wohnungssuchenden Ausländern in anderen Städten sogar größer. Rechtfertigung ist dies natürlich keine, weder in Graz, noch sonst irgendwo auf dieser Welt.

Aus dem Helping Hands Jahresbericht 2006:
Herr P., stammt aus Namibia, lebt seit Jahren in Österreich und besitzt die österreichische Staatsbürgerschaft. Als er eine Wohnung, die zur Vermietung frei steht, besichtigen will, meint die ältere Dame im Stiegenhaus zu ihm:“Nein, die Wohnung ist nur für Österreicher!“ Daraufhin meint Herr P.:“Ich bin Österreicher!“ Worauf die Dame antwortet:“Es gibt aber keine schwarzen Österreicher!“ und huscht in ihre Wohnung.

Herr L., stammt aus dem Kongo und wollte eine Wohnung mieten und kommt zum vereinbarten Maklertermin. Als der Makler ihn sieht, meint dieser:“Keine Schwarzen!“ und wimmelte Herrn L. gleich bei der Tür ab. Helping Hands Graz verfasste ein Schreiben an das Immobilienbüro mit dem Hinweis auf das Geichbehandlungsgesetz und das Verbot des Ausschlusses einer ethnischen Gruppe von Gütern, die der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Das Schreiben der Gesellschaft folgte mit der Begründung, nicht diskriminierend zu sein, sondern nur Wünsche von KundInnen zu respektieren. Wir machten darauf aufmerksam, dass auch dies nicht rechtens sei. Herr L. wollte nichts Weiters unternehmen, da er es für hoffnungslos erachtete, darauf einzugehen.

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