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NO RISK, NO FUN

Von: Petra Mravlak

GRENZEN ERFAHREN
Wer Risiken richtig einschätzen kann, tappt nicht so leicht in die Schuldenfalle. Das haben 14 Jugendliche im Projekt RISK gelernt.

Klettern und Autofahren bergen Gefahren in sich, genauso ein Kasinobesuch oder der Einkaufsbummel. Lore Kleewein ist Schuldnerberaterin und weiß, wie schnell die Schuldenfalle zuschnappen kann. Denn Situationen im Alltag falsch einzuschätzen und Risiken nicht zu erkennen, kann sehr rasch teuer werden. Durch RISK, ein Pilotprojekt des PSPP (public social private partnership), hatten im Dezember 14 Jugendliche die Möglichkeit, ihre Kompetenz im Umgang mit riskanten Situationen auszuloten. Vier Tage lang ging es für die 18- bis 19-jährigen Schüler und Lehrlinge darum, „bewusst Wagnisse aufzusuchen, zu durchleben und durch Reflexion auf Alltagssituationen zu übertragen“, erklärt Projektkoordinatorin Kleewein.

Nach oben geschafft
Den Anfang machte ein Besuch in der Kletterhalle des City Adventure Centers – für die meisten TeilnehmerInnen ein neues Terrain. Bei Philipp Singer, Schüler aus Graz, hat das Klettern einen bleibenden Eindruck hinterlassen: „Ich habe irrsinnige Höhenangst, habe es aber trotzdem bis ganz nach oben geschafft!“ Für die Grazerin Mojdeh Redijaian wurde es unangenehm, als sie sich von den anderen sichern lassen musste.
Am nächsten Morgen ging`s dann ab ins ÖAMTC-Fahrsicherheitszentrum in Lebring. Begonnen wurde der Tag mit einem Alkotest, der bei allen TeilnehmerInnen negativ ausfiel. Besonders begeistert vom Fahrsicherheitstraining waren Christian Regenspurger aus Gratwein und der Weizer Matthias Fries: „Wir durften mit nagelneuen Autos fahren, die haben uns sehr fasziniert!“ Auch für Michael Alkier, einen Lehrling aus Ilz, war das Fahrsicherheitstraining das Highlight: „Ein fremdes Auto kennen zu lernen und auszuprobieren was es hergibt, ist ein ganz anderes Gefühl als mit dem eigenen zu fahren. In puncto schnell fahren und angurten habe ich sicher etwas mitgenommen.“

Rien ne va plus
Die nächste Station war ein Besuch bei Kastner&Öhler. Hier wurde erst einmal gearbeitet: Beim Einpacken helfen, Wäsche einsortieren, im Lager mitarbeiten… Danach gab es Geld – 80 Euro zur freien Verfügung und zwei Stunden Zeit sie auszugeben. Einkaufen oder sparen – die Meinungen dazu waren geteilt. „Ich habe gespart, weil das, was ich möchte, teurer ist“, erklärt Andrea Hadler aus Hartberg. Bernhard Langmann aus Voitsberg hingegen hat sofort investiert.
Zum Abschluss stand ein Besuch im Kasino am Programm, eine neue Erfahrung für die Jugendlichen. „Es ist interessant zu sehen, was für Leute dort spielen, wie sie setzen und gewinnen oder verlieren“, meint Michael Alkier, der sein Glück bei den Automaten versucht hat. Stefan Reiter hat sich mit einem Kollegen zusammengetan, sie haben ihre Jetons zusammengelegt und ihr Glück beim Roulette versucht. Der eine hat auf Rot, der andere auf Schwarz gesetzt, und sie haben beide verloren, denn es kam die Null.

Sinnvolle Partnerschaft
Ein solches Projekt funktioniert nur, wenn die Sozialwirtschaft, der öffentliche Bereich und die Privatwirtschaft zusammenarbeiten. Genau das ist das Ziel von PSPP. So können soziale Problembereiche, die die gesamte Gesellschaft betreffen – wie etwa Schulden – leichter thematisieren und gelöst werden. „Die Zusammenarbeit mit den Partnern aus der Wirtschaft hat wunderbar funktioniert und es ist schön, dass der Präventionsgedanke auch in den Betrieben und der Wirtschaft einen Platz findet“, meint Lore Kleewein. Sie wünscht sich mehrere Durchgänge pro Jahr und eine Ausweitung auf die gesamte Steiermark. Nun ist man auf der Suche nach weiteren Partnern aus Wirtschaft und öffentlichem Bereich.

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