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Neighbourgood

Von: Nina Popp

Tauschen und teilen statt Bassenastreit. Weil die Stadt wächst, haben Experimente Saison, die das Leben in der Nachbarschaft zum Guten verändern können.

Cupcakes und Eintopf aus Köln, fruchtig und süß bis pikant. Für jeden Geschmack war etwas dabei, als Hobbyköche und -köchinnen beim ersten Grazer Restaurant Day im Februar zu Tische baten. Gekocht und gegessen wurde in Privaträumen, in Büros und Werkstätten und neben dem Essen brachte diese Mahlzeit vor allem neue Kontakte und Erfahrungen. Die Frage, die Organisatorin Monika Meurer und die übrigen TeilnehmerInnen des aus Finnland importierten Experiments bewegt, zielt auf gute Nachbarschaft: Wie können StadtbewohnerInnen ihre urbanen Nachbarschaften lebenswerter gestalten? Wie können wir Wissen und Eigentum teilen? Was lässt sich wiederverwerten?

So lauten auch die Fragen, denen Andreas Förster, Informationsdesigner und selbst Akteur beim Grazer-Viertelevent Lendwirbel in seiner Diplomarbeit nachgeht. Neighbourgood sammelt „Ideen, Vorschläge und Werkzeuge, um nachbarschaftliche Strukturen aufzubauen, zu stärken und den negativen Auswirkungen der Verstädterung entgegenzuwirken.“ Im Gries, Jakomini und Lend bewegt sich eine kreative Szene und überlegt in Kultur- und Nachbarschaftszirkeln neue funktionierende Formen des Zusammenlebens. Die Einladung zum Teilen bzw. Geben und Nehmen kommt dabei  eltener gedruckt und nutzt öfter den kostengünstigen Weg über Social Media. Anderswo und auch in Graz funktioniert auf diese Weise Local Journalism, der auf Internetplattformen Neuigkeiten aus nächster Nähe weitergibt. „Gib & Nimm“-Gruppen und der Grazer Verschenkbasar formieren sich erst im Netz und laden dann zum persönlichen Austausch. Beim Guerilla-Knitting treffen sich
leidenschaftliche StrickerInnen und verschlingen ihre Umgebung glatt und verkehrt.

Teilen und teilnehmen im wahrsten Sinn des Wortes. Mit Wolle, Grünpflanzen oder einfach Möbelstücken, die die Bewegung auf Straßen und Gehsteigen neu ordnen. Dies gilt ebenso für ein Frühstück im Freien oder Blockpartys, wo es sich die Nachbarschaft – wie beim Lendwirbel – auf Straßen und Plätzen gemütlich macht. Beim Gärtnern in Hinterhof, auf Balkon oder grünen Inseln, bei Erfahrung und Ernte, bei Saatgut und Gartenwerkzeug wird ebenfalls fürs Teilen und Tauschen
plädiert.

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„Die gute Nachricht: Die Verbesserung der Lebensqualität in der Stadt liegt ebenso in der Hand der BürgerInnen wie in der von PolitikerInnen. Wir können heute vieles auf der Ebene von Gemeinschaften tun und müssen nicht auf jemanden warten, der mit vorgefertigten Lösungen ankommt.“ David Engwicht, Stadtakteur

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