Zur Startseite MEGAPHON

Editorial

Von: Annelies Pichler

Wenn sich die ersten Vorboten des Herbstes zeigen, meldet unser
innerer Jahresticker: Viel zu früh, der Sommer vergeht viel zu rasch.
Erst wenn es wirklich bunt wird, sind wir bereit, den Herbst zu begrüßen und seine reiche Fülle zu genießen. Zumindest viele von uns.
Dieses temporäre Gefühl, bremsen zu wollen, ist ein guter Anlass
dafür, sich mit der Geschwindigkeit an sich zu beschäftigen, und so
haben wir für diese Ausgabe des Megaphon das Leitmotiv „Tempo!
Tempo!“ gewählt.
Wir freuen uns sehr über das Interview mit der Bestseller-Autorin
und Aktivistin Naomi Klein. Sie hat sich mit unserer Kollegin der
US-Straßenzeitung Street Roots zum Gespräch getroffen. Über das
uns verbindende Straßenzeitungsnetzwerk INSP hat sie das Interview
gewissermaßen auch uns zur Verfügung gestellt. Klein macht
dringlich klar, wie wichtig es ist, angesichts der Unberechenbarkeit
des US-Präsidenten Donald Trump ständig auf der Hut zu sein und
immer im Auge zu haben, wie schnell schwer errungene demokratische Freiheiten den Bach hinuntergehen können. Rasch vorbauen ist das Gebot der Stunde. Nicht nur in Amerika (Seiten 8 bis 10).

Schnelligkeit ist auch angesichts der zunehmenden Digitalisierung
ein Dauerthema. Immer mehr Abläufe werden digital gesteuert und
können rascher bewältigt werden. Dabei kommt es zu abstrusen,
aber auch Besorgnis erregenden Entwicklungen, denen wir unseren
Beitrag „Mit Vollgas in die Zukunft“ auf den Seiten 18 und 19
widmen.
Aber bleibt uns deswegen mehr Zeit zur Muse? Naiver Gedanke.
Entgegen aller Logik machen wir einfach mehr und das dafür schneller.
Als würden wir vor uns selbst davonlaufen. Trifft das wirklich jeden
und jede von uns? Testen Sie sich selbst. Auf den Seiten 16 und 17
haben wir dazu ein Frage- und Antwortspiel mit einer Expertin für das
Wohlbefinden: Der mit dem Spa Innovation Award 2017 ausgezeichneten Forscherin Lisbeth Jerich.
Etwas mehr finanzielle Sicherheit würde sich der Filmer Heinz Trenczak bei der Realisierung seiner großen filmischen Vision „3400 Semmeln“ wünschen. Dann könnte er Rhythmus und Tempo seiner Arbeit besser bemessen. Der Inhalt: die Geschichten von Flüchtlingen und ihren Helferinnen und Helfern. Beiden ist der Filmer in den vergangenen Jahren sehr nahe gekommen (Seiten 26 und 27).

Mit einem sehr berührenden Beitrag bringt der syrische Autor Omar
Khir Alanam seine Zerrissenheit zum Ausdruck. Als ehemaliger
Sänger im Megaphon-Chor ist er uns besonders verbunden und wir
freuen uns darüber. Auf den Seiten 6 und 7 nimmt er uns mit in eine
Welt, die auch die unsere ist.

    Zum Seitenanfang   Zur Druckansicht   HOME  |  IMPRESSUM  
e-dvertising - Werbung, Webdesign, CMS, Fullservice
(Partner/Förderer)
(Anzeigen)