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Alex Victor Azubike

Von: Milo Strauß

„Österreich ist ein guter Ort“
Alex Victor Azubike (29) verkauft das MEGAPHON in Graz vor der Universitätsbibliothek und abends am Hauptbahnhof.

Alex Victor Azubike wurde 1980 in Owerri im Südosten Nigerias geboren. Er besuchte die Primarstufe in Owerri und verließ im Alter von 16 Jahren seine Heimatstadt, um in der im Norden gelegenen Stadt Ikeja, der Hauptstadt des Bundesstaates Lagos, die Sekundarstufe abzuschließen. Danach blieb er in Ikeja und eröffnete ein Geschäft für Elektrozubehör. Victor Azubike hat keine Geschwister und wurde von seiner Mutter alleine großgezogen. Nach ihrem Tod im Jahr 2006 nahm sein Vater, ein hochrangiges Mitglied des einflussreichen Ogboni-Kultes, zu ihm Kontakt auf und versuchte ihn dazu zu bringen, ebenfalls ein Teil der religiösen Vereinigung zu werden.
Victor Azubike, der von seiner Mutter als Christ erzogen worden war, lehnte ab und wurde von da an zunehmend unter Druck gesetzt. Da der Ogboni-Kult vor allem im südwestlichen Nigeria großen Einfluss besitzt, spitzte sich die Situation zu und wurde bald gefährlich für ihn. 2008 entschied er sich schließlich nach langem Überlegen, sein Land zu verlassen.


Vermissen Sie Nigeria?
Nein, das würde ich nicht sagen. Ich habe es nicht leicht hier, ich würde den Leuten in Nigeria auch nicht empfehlen, wegzugehen, sondern auszuharren. Aber wenn ich geblieben wäre, wäre ich heute tot.

Was ist Ihrer Meinung nach das große Problem in Nigeria?
Wir haben eine Religionskrise. Wir haben viele unterschiedliche Abstammungen und Religionen (Anm.: Chris­tentum, Islam, animistische Religionen), jeder lebt auf seine Art, isoliert von den anderen.

Haben Sie sich Österreich aus einem bestimmten Grund ausgesucht? Waren Sie von Anfang an in Graz?
Nein, ich wollte einfach nur weg. Ich kam zuerst, im September 2008, nach Wien und ging dann ins Burgenland. Dort fand ich allerdings keine Afrikaner und keine Kirche für mich. Sonntags in die Kirche zu gehen ist sehr wichtig für mich, ohne das geht es nicht.

Und dann sind Sie nach Graz gekommen?
Ja, ich habe an meinem ersten Tag hier in Graz einen Afrikaner auf der Straße getroffen, der gesagt hat, er wird mir helfen – er hat mich dann zum MEGAPHON-Büro gebracht. Und am 4. November habe ich dann zu verkaufen begonnen.Ich erinnere mich genau. Das MEGAPHON hat mir sehr geholfen, es wäre sehr schwierig für mich, ein Leben ohne diese Arbeit zu führen.

Also geht es Ihnen besser, seit Sie in Österreich sind?
Beruflich ging es mir in Nigeria besser. Aber mein Leben hat sich verbessert, weil es in Österreich keine Bedrohung gibt. Österreich ist ein guter Ort, wo man seinen Frieden finden und zur Ruhe kommen kann.

Was wollen sie den ÖsterreicherInnen sagen?
Ich finde, sie sollten Asylwerbern helfen, wenn sie keine Verbrechen begangen haben. Alle, die arbeiten wollen, sollten auch arbeiten dürfen. Ich wünsche mir, dass sie Verständnis haben für uns Fremde.

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