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Hier bleiben? Hallelujah!

Von: Milo Strauß

Anthony Onyeyaka hatte seinen MEGAPHON-Verkaufsplatz lange Zeit vor der SEWA-Filiale in der Annenstraße, derzeit verkauft er vor dem Kunsthaus am Südtirolerplatz.

Anthony Onyeyaka (48) kam vor fünf Jahren, im Februar 2004, aus der ehemaligen nigerianischen Hauptstadt Lagos nach Österreich und verkauft seit Dezember desselben Jahres das MEGAPHON in Graz. Ursprünglich in Orina, einem Dorf im Staat Imo, geboren, zog er bald, wie viele Mitglieder seiner Familie, nach Lagos und  arbeitete dort als Händler für Druckmaterialien und als Taxifahrer.  

Mr. Onyeyaka, gefällt Ihnen Österreich?
Österreich ist ein sehr gut organisiertes Land, und vor allem, was die Verwaltung betrifft, nicht mit Nigeria vergleichbar. Und das Klima zwischen den Menschen ist gut. Ich gebe der Regierung in Nigeria die Schuld an den Problemen dort: es gibt keine Sicherheit, keine echte Meinungsfreiheit; die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer.

Und es gibt keine Aussicht auf Besserung?
Ich weiß nicht, ob es jemals besser wird. Aber ich glaube, dass Nigeria eines Tages eine Regierung haben wird, die für alle von uns gut ist.

Das hört sich nicht so an als ob Sie Nigeria besonders vermissen würden.

Ich vermisse nicht Nigeria, ich vermisse meine Kinder. Meine Frau hat sich in meiner Abwesenheit von mir scheiden lassen, jetzt sind die einzigen, die mich in Nigeria noch interessieren, meine Kinder.

Haben Sie Freunde in Graz oder andere Verkäufer, mit denen sie in Ihrer Freizeit Kontakt haben?
Mit den anderen Verkäufern nicht. Sehen Sie, genau das war auch das Problem in Nigeria: Jeder kümmert sich nur um sich selbst und um seine Angelegenheiten. Aber ich bin in einer Gruppe, wir treffen uns jeden Sonntag und diskutieren darüber, wie es weitergehen könnte. Und ich bin oft in der Kirche in der Körösistraße.

Finden Sie es schwer, in Österreich zu leben?
Das Einzige, das mir das Leben hier in Österreich schwer macht, ist, dass ich keine richtige Arbeit bekommen kann. Aber ein neuer Anfang ist nie leicht, nirgends auf der Welt. Ich glaube an Ernsthaftigkeit, ich stehe hinter allem, was ich tue – jetzt verkaufe ich eben das MEGAPHON.

Was haben Sie vor, falls Sie in Österreich bleiben dürfen?

Wenn ich in Österreich bleiben darf? Hallelujah! Aber man kann erst dann planen, wenn das Leben einem Raum lässt, um zu planen.

Wollen Sie abschließend noch etwas hinzufügen?
Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um mich bei meinen Kunden zu bedanken; und um mich bei denen zu entschuldigen, die sich anscheinend von mir angegriffen gefühlt haben.

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