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Freunde und Familie fehlen

Von: Katharina Poschauko

Adeyemi Adeusi kam vor fünf Jahren nach Österreich und verkauft seit April 2006 das MEGAPHON
an der Ecke Sporgasse/Sackstraße.

Adeyemi Adeusi stammt aus dem Südwesten von Nigeria, dem Ogun State. Er ist Mitglied der nigerianischen Volksgruppe Yoruba. Yoruba bezeichnet sowohl ein afrikanisches Volk als auch eine Sprache, die in mehrere Dialekte unterteilt ist. Die Kultur der Yoruba ist vielfältig. Sehr viel Wert wird auf die Namengebung von Kindern gelegt, der eine schicksalhafte Bedeutung zugeschrieben wird. Auch die Religion, in die Teile des Christentums eingeflossen sind, spielt eine zentrale Rolle.

Mr. Adeusi, was waren für Sie die größten Veränderungen, als Sie nach Österreich kamen?
Die größten Veränderungen für mich waren vor allem das Fehlen von Freunden und Familie. Außerdem hatte ich keinen Job und bekam auch keinen. Ich verstand das österreichische System nicht, das machte es mir natürlich umso schwerer.

Und wie fanden Sie zum MEGAPHON?

Eines Tages habe ich einfach einen Verkäufer angesprochen und ihn gefragt, ob ich denn auch das MEGAPHON verkaufen könnte. Er half mir und brachte mich zum MEGAPHON-Büro, wo ich anfangs zwar noch auf einen Standplatz warten musste, dann aber verkaufen durfte. Das war 2006.

Wie ist es für Sie, das MEGAPHON zu verkaufen?
Anfangs fiel mir der Verkauf sehr schwer, weil ich kein Deutsch verstand. Ich wusste nie, was die Leute über mich redeten und wie ich sie ansprechen sollte. Mit der Zeit entwickelte ich jedoch ein Gefühl dafür, wie ich auf die Leute zugehen muss.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Ich treffe mich oft mit meinen Freunden, vor allem mit denen, die auch Yoruba sind. Oder ich verbringe meine Zeit mit meiner Frau.

Haben Sie auch österreichische Freunde?
Ja, einige. Die meisten habe ich über das MEGAPHON kennen gelernt.

Kommt Ihre Frau auch aus Nigeria?

Nein, sie ist aus Rumänien und kam vor 20 Jahren nach Österreich. Sie hat eine Arbeitserlaubnis, was vieles erleichtert.

Mr. Adeusi, was erwarten Sie sich von der Zukunft?

Ich hoffe, dass ich bald die Erlaubnis bekomme, hier arbeiten zu dürfen und dass das Leben dadurch leichter wird – die Chancen dafür stehen ganz gut.

Eine abschließende Frage noch: Was halten Sie von den Unruhen in Nigeria?
Ich bin natürlich sehr traurig darüber. Ich bete jeden Tag zu Gott, dass er den Menschen in Nigeria und ganz Afrika helfen möge. Dass er das Leben dort leichter macht und dass sich das System zum Wohle der Menschen ändert.

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