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Adegoke Idowu

Von: Milo Strauß

Adegoke Idowu ist mit achtzehn Jahren einer der jüngsten MEGAPHON-Verkäufer, er verkauft seit April das MEGAPHON vor dem Citypark.

Mr. Idowu, was haben Sie in Nigeria gemacht, bevor Sie nach Österreich gekommen sind?
Ich war Sportler. Ich war Sprinter und bin auch im Kugelstoßen, Speerwerfen und beim Weitspringen angetreten. Im Hundert-Meter-Sprint habe ich viele Preise gewonnen. Und ich bin fast dreizehn Jahre in die Schule gegangen.

Haben Sie Familie in Nigeria?
Ja, eine große, ich kenne gar nicht alle. Ich wurde im Rivers State geboren, in Port Harcourt, und ging später nach Lagos. 2007 bin ich dann nach Österreich gekommen.

Machen Sie in Österreich noch Sport?
Ich habe anfangs in Wien noch Sport gemacht, aber ich konnte mir das Training dann nicht leisten. Ich wollte ordentlich trainieren, nicht joggen oder so etwas. Auch wenn man keinen Trainer hat, braucht man Ausrüstung – drei bis vier Paar Schuhe, Salbe für die Gelenke. Dafür habe ich kein Geld. Sogar wenn ich mir das Training leis­ten könnte: Dann trainiere ich für fünf Stunden am Tag, okay, und wann verkaufe ich dann das MEGAPHON? Wie zahle ich meine Miete, wie ernähre ich mich?

Und wie läuft’s mit dem MEGAPHON-Verkauf?

Wenn wir über den schlechtesten Verkäufer reden, dann bin ich das. Ich weiß zwar, wie man verkauft, aber die Leute kaufen einfach nicht, und ich kann sie nicht zwingen. Ich verkaufe oft nicht einmal fünfzig Hefte im Monat, aber ich versuche es weiter. Acht Stunden, zehn Stunden am Tag stehen für fünf bis zehn Euro – aber was soll ich sonst machen? Ich wollte bei der Kleinen Zeitung arbeiten, als Kolporteur, aber die hatten für jemanden ohne Führerschein keine Verwendung. Dann wollte ich den Führerschein machen, aber dort erfuhr ich, dass man einen Reisepass braucht, um sich überhaupt anmelden zu können. Den müsste ich bei der nigerianischen Botschaft machen lassen, und das kann ich mir nicht leisten.

Wie gefällt es Ihnen sonst in Österreich?

Es gibt viele Afrikaner, viele Nigerianer in Österreich – die Österreicher denken, wir sind alle gleich. Das sind wir aber nicht. Aber manchmal gibt es Käufer, die haben ein Gespür und merken, wie es mir geht, geben mir etwas mehr – weil sie die Situation verstehen, in der ich bin.

Haben Sie Pläne für die Zukunft? Wollen Sie hierbleiben?
Ich will definitiv in Österreich bleiben, zu hundert Prozent. Wenn ich nicht hierbleiben wollte, wäre ich schon weg. 2008 habe ich mich richtig geschämt, dass in China kein Österreicher in meinen Sportarten gewonnen hat – ich bin gut darin, ich könnte das machen. Schau nach Deutschland, dort hat gerade ein Afrikaner gewonnen – und zwar für Deutschland, nicht für ein afrikanisches Land.

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