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Godwin Azubuike Nwaimo

Von: Paul Ploberger

Godwin Azubuike Nwaimo, 30, verkauft seit vier Jahren das MEGAPHON am Glockenspielplatz.

Hallo Godwin! Woher stammen Sie?
Ich komme aus Chokoneze, einer sehr kleinen Stadt in Nigeria im Bundesstaat Imo State.

Wie lange sind Sie jetzt schon in Graz?
Seit genau fünf Jahren und sieben Monaten.

Was gefällt Ihnen am besten an Graz?
Es ist eine sehr ruhige Stadt und das finde ich sehr angenehm. Mein Lieblingsplatz ist der Schlossberg und auch im Bad zur Sonne bin ich oft, da ich sehr gerne schwimme.

Sie betreiben also gerne Sport, haben Sie noch andere Hobbys?

Ja, ich spiele hin und wieder Fußball im Augartenpark mit den anderen MEGAPHON-Verkäufern und ich schreibe manchmal Geschichten für das MEGAPHON. In ihnen spielen Tiere die Hauptrolle, die bestimmten Arten von Menschen entsprechen. Damit will ich die Leute zum Nachdenken anregen. Darüber hinaus stellen die Tiere für mich auch Erinnerungen an Afrika dar. Ich besuche auch regelmäßig den Deutschkurs des MEGAPHON und ich lese gerne, vorwiegend englische Bücher. In Nigeria habe ich eine englischsprachige Schule besucht, wo ich das Notwendigste lernte.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie nach Österreich kamen?
Ich war ein Geschäftsmann und habe mit Benzin und Motoröl gehandelt. Jetzt darf ich nur stundenweise für den Magistrat der Stadt Graz putzen, um ein wenig Geld zu verdienen. Nebenbei bin ich im Kindermuseum tätig, wo ich zum Beispiel Theaterstücke inszeniere, aber dafür bekomme ich kein Geld. Doch es freut mich, die Kinder glücklich zu sehen. Es ist beschämend für mich, dass ich für das Land, das mir so geholfen hat, nicht regulär arbeiten darf. Ich würde gerne meinen Teil leisten und habe auch noch nie ein Problem verursacht. Ich würde genauso meine Steuern zahlen und hätte gerne einen Anspruch auf eine Pension.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was wäre dieser?
Ich wünsche mir, ich könnte hierbleiben, würde offizielle Papiere und eine Arbeitserlaubnis bekommen. Dann könnte ich dem Land von Nutzen sein und hätte mehr Geld, das ich meinen drei Kindern in Nigeria schicken kann, denn außer mir haben sie niemanden.

Warum haben Sie sich entschlossen, nach Österreich zu kommen?
Weil in Österreich Frieden herrscht und die Regierung sich um arme Leute kümmert. Hier ist mein Leben sicher, außerdem sind die Österreicher nette und offene Menschen, ich fühle mich hier wohl.

Sind Sie oft mit Rassismus konfrontiert?
Ja, leider. Aber das ist wohl in jedem Land so, es gibt hier und dort gute und schlechte Menschen, in Österreich sowie in Nigeria. Deshalb ändert sich das Bild, das ich von   den Österreichern habe, nicht.

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