Text: Michael Zakary
Fotos: Ella Börner

Emeka Calistus Akataobi

Verkauft in Hartberg­ vor­ dem ­Hofer­ das Megaphon.

Mein Name ist …
… Emeka Calistus Akataobi, ich komme aus Nigeria Nach Österreich bin ich nicht direkt wegen meines eigenen, sondern wegen des Studiums meiner Frau Helen gekommen. Sie kam für ihr Studium hierher, und ich begleitete sie, um sie bei der Verwirklichung ihrer Träume zu unterstützen. Die österreichischen Behörden haben unsere Unterlagen geprüft und uns ein Visum zu Studienzwecken gewährt. Ich fahre jeden Tag von Graz nach Hartberg, um das Megaphon zu verkaufen, und meiner Meinung nach wird in Österreich sehr gute Arbeit geleistet. In Österreich ist der Wohlstand nahezu gleichmäßig verteilt. Die Regierung setzt gezielt Maßnahmen, um insbesondere die alternde Bevölkerung und sozial benachteiligte Gruppen zu unterstützen. Damit wird sichergestellt, dass alle Menschen Zugang zu grundlegenden Bedürfnissen des täglichen Lebens und zu einem würdevollen Leben haben. Die Öffis funktionieren super – pünktlich, sauber, zuverlässig. Und das Bildungssystem ist echt stark. Meine Frau war Dozentin in Nigeria und kann das bestätigen: Österreich gehört da zur Weltspitze.


In Nigeria …
… war ich als Journalist tätig. Ich korrespondierte für die Zeitung African Herald Express aus dem Bundesstaat Delta. Die Redaktion selbst hatte ihren Sitz im Bundesstaat Imo. Ich bin also mit der Medienarbeit gut vertraut, habe über Politik berichtet und Wahlkampagnen begleitet. Ich liebe es, zu reisen und neue Orte kennenzulernen.
Auch das Lesen gehört zu meinen großen Leidenschaften – speziell meine eigenen Texte auf Deutsch, denn dadurch verbessere ich meine Deutschkenntnisse Schritt für Schritt. Zurzeit besuche ich einen Deutschkurs auf dem Niveau A2. Sprache fasziniert mich generell. Ich spreche neben Englisch auch Igbo, meine Muttersprache.


Ich wünsche mir, …
… in Österreich zu bleiben, damit meine Frau und ich uns gut integrieren und Teil der Gesellschaft werden. Für sie hoffe ich, dass sie nach ihrem Studienabschluss wieder in der Lehre und Forschung tätig sein kann. Auch ich möchte in Österreich arbeiten, aktiv meinen Beitrag leisten und bin dabei, meine beiden Söhne, sie sind acht und sechs Jahre alt, hierherzuholen. Der Prozess läuft bereits: Die notwendigen Dokumente werde ich bei der österreichischen Botschaft in Nigeria einreichen. Wichtig ist, fokussiert zu bleiben, geduldig zu sein und konsequent auf seine Ziele hinzuarbeiten. Letztlich läuft alles auf eines
hinaus: Geduld. Manchmal sind wir zu sehr in Eile. Aber nein – man muss einfach geduldig sein. So einfach ist das.

Ich mache momentan …
… viel und regelmäßig Sport im Fitnessstudio. Dort mache ich leichtes Krafttraining, nichts Anstrengendes, sondern einfach, um meine Muskeln zu aktivieren und fit zu bleiben. Schließlich heißt es: Gesundheit ist Reichtum. Körperliche Fitness spielt eine wichtige Rolle, da sie Herz und Körper unterstützt, optimal zu funktionieren. Meine Kinder ermutige ich, Fußball zu spielen. Möglicherweise ist dies auch ein Teil des Integrationsprozesses. In meiner Heimat sagt man: „Catch them young“
(was so viel bedeutet wie: „Kinder sollte man schon früh fördern“). Ich sehe, wie Kinder hier in ihren verschiedenen Fähigkeiten gefördert werden, und wünsche mir, dass auch meine Kinder diese Möglichkeiten erhalten.

Das Megaphon …
… ist fantastisch. Das sage ich nicht, weil ich es verkaufe. Es kann herausfordernd sein, aus einem anderen Land hierherzukommen. Ich verkaufe das Megaphon seit sechs Monaten und konnte so viele Menschen kennenlernen und mich
mit Österreicherinnen und Österreichern austauschen. Dadurch verbessere ich meine Sprachkenntnisse, was für mich ein enormer Vorteil ist. Man erlernt auch den Dialekt, den ich zwar nicht immer verstehe, aber ich lerne ständig dazu und das betrachte ich als Privileg.


Musik …
… ja,ich liebe Blues – Künstler wie Michael Bolton, R. Kelly und Céline Dion.