Illustrationen: Lena Geiregger
Felicity Nonye
Möchte kein Foto von sich im Megaphon sehen. Das respektieren wir natürlich.
Ich bin Studentin, Mutter und …
Megaphon-Verkäuferin – und das alles mit Leidenschaft! Seit einem Jahr bin ich in Österreich und studiere an der Karl-Franzens-Universität. Nachdem ich in Nigeria meinem Bachelor in Anglistik und Amerikanistik abgeschlossen hatte, wollte ich unbedingt in einem anderen Land weiterstudieren. Also bin ich mit meinen zwei Kindern nach Graz gekommen und durch einen Deutschkurs auf das Megaphon aufmerksam geworden. Neue Leute kennenlernen, mein Deutsch ausprobieren, mir die Arbeitszeit selbst einteilen – das hat mich überzeugt!
Megaphon-Verkäuferin – und das alles mit Leidenschaft! Seit einem Jahr bin ich in Österreich und studiere an der Karl-Franzens-Universität. Nachdem ich in Nigeria meinem Bachelor in Anglistik und Amerikanistik abgeschlossen hatte, wollte ich unbedingt in einem anderen Land weiterstudieren. Also bin ich mit meinen zwei Kindern nach Graz gekommen und durch einen Deutschkurs auf das Megaphon aufmerksam geworden. Neue Leute kennenlernen, mein Deutsch ausprobieren, mir die Arbeitszeit selbst einteilen – das hat mich überzeugt!
Österreich ist so anders als …
der Rest der Welt. Im Vergleich zu Südafrika, China oder den USA sticht Österreich für mich heraus. Hier ist es im Vergleich zu anderen Ländern viel ruhiger, stabiler und damit sicherer. Außerdem wollte ich etwas ganz Neues ausprobieren. Und von Österreich aus lassen sich andere europäische Städte leicht erreichen. In Zukunft möchte ich viele davon sehen. An der Uni habe ich mich schon nach dem ERASMUS+-Programm erkundigt. Damit könnte ich ein Semester in einem anderen Land studieren. Vielleicht geht sich das irgendwann aus – ich habe noch zwei Jahre Studium vor mir.
Ich verkaufe das Megaphon gerne am Land, weil …
die Menschen dort im Vergleich zur Stadt gelassener und geduldiger sind. Wenn ich in Pichelsdorf das Magazin verkaufe, erlebe ich oft, dass sich Menschen mehr für mich interessieren als für das, was ich verkaufe. Die Begegnungen sind berührend: Eine Kundin kommt jeden Samstag, nur um zu fragen, wie es mir geht – nicht, weil sie einkaufen müsste. Ich habe einige Stammkund:innen, aus denen sich schöne Bekanntschaften entwickelt haben. Und das trotz der Sprachbarriere! Jede Woche besuche ich einen Deutschkurs und übe fleißig. Da mir Kommunikation unheimlich wichtig ist, arbeite ich daran, bald auch auf Deutsch mit meinen Megaphon-Käufer:innen quatschen zu können.
Mein Ziel ist es …
überall wo ich hingehe, Wärme und Liebe mitzubringen – für die anderen, aber genauso sehr für mich selbst. Mit guten Intentionen und meiner positiven Ausstrahlung möchte ich einen Beitrag leisten. Was ich mir auch wünsche, ist, immer unabhängiger zu werden. Durch meine Ausbildung weiß ich, dass ich finanziell frei sein kann, mir und meinen zwei Söhnen ein schönes Leben zu geben. Sie sind 13 und 17 Jahre alt und ich bin stolz darauf, dass sie eine Mama haben, die sich auch auf ihre akademische Karriere konzentriert.
November beginnt für mich jedes Jahr mit …
Allerheiligen. In Nigeria nennen wir diesen Tag „All Saints‘ Day“ und er wird nur in der katholischen Kirche gefeiert. Bei uns in der Familie wurde der Tag immer zelebriert – auch wenn es in Nigeria kein Feiertag ist, an dem alle frei haben. Zur Messe gehen, an geliebte Verstorbene denken und Fotos von ihnen ansehen – dafür war immer Zeit. Seit ich in Österreich bin, gehe ich regelmäßig in die Kirche. Was ich schon festgestellt habe: Hier gibt es nicht so strenge Regeln. In einer katholischen Kirche in Nigeria müssen alle Frauen ihre Köpfe mit einem Schal bedecken. Ich sehe meinen Glauben mehr als Spiritualität an, nicht als strenge Religion. Gott existiert, da bin ich mir sicher und das gibt mir Hoffnung. Also bete ich, gehe sonntags in die Messe und halte mich an meine Werte und Moralvorstellungen.
Über den Tod denke ich …
nicht nach. Ich lebe, ich atme, ich bin da. Auf das konzentriere ich mich, nicht auf etwas, das ich nicht ändern kann. Der Tod ist etwas Natürliches, das uns alle erwartet – aber deshalb muss ich ihm ja keinen Platz in meiner Lebenszeit geben, oder? Das Wichtigste für mich ist: Lebe ein gutes Leben, solange du lebst.