Fotos: Marija Kanizaj
Joy Omunna
Verkauft das Megaphon am Bauernmarkt in Andritz.
Eigentlich habe ich ja zwei Namen: Mercy und Joy – übersetzt bedeutet das so viel wie Barmherzigkeit und Freude.
Die meisten Leute nennen mich Joy – und diesen Namen mag ich sehr. Denn er drückt aus, wie ich sein will: fröhlich
und freundlich. Ich wurde in Nigeria geboren, und dort war das Leben nicht nur gut zu mir. Als meine Mutter starb, war ich noch keine zwei Jahre alt. Ich hatte niemanden, der für mich sorgen konnte. Ganz alleine, ohne meine Familie, bin ich als Sechzehnjährige nach Österreich gekommen – gemeinsam mit anderen Menschen, die ich nicht kannte. An meinen ersten
Tag in Graz erinnere ich mich noch ganz genau: Es war tiefer Winter, und es war grauenhaft kalt. Das war vor 18 Jahren. Heute bin ich 34 und Mutter eines Sohnes, der ins Gymnasium geht. Ich bin sehr stolz auf ihn; er interessiert sich sehr für Basketball und möchte später einmal Medizin studieren.
Die meisten Leute nennen mich Joy – und diesen Namen mag ich sehr. Denn er drückt aus, wie ich sein will: fröhlich
und freundlich. Ich wurde in Nigeria geboren, und dort war das Leben nicht nur gut zu mir. Als meine Mutter starb, war ich noch keine zwei Jahre alt. Ich hatte niemanden, der für mich sorgen konnte. Ganz alleine, ohne meine Familie, bin ich als Sechzehnjährige nach Österreich gekommen – gemeinsam mit anderen Menschen, die ich nicht kannte. An meinen ersten
Tag in Graz erinnere ich mich noch ganz genau: Es war tiefer Winter, und es war grauenhaft kalt. Das war vor 18 Jahren. Heute bin ich 34 und Mutter eines Sohnes, der ins Gymnasium geht. Ich bin sehr stolz auf ihn; er interessiert sich sehr für Basketball und möchte später einmal Medizin studieren.
Sei freundlich und begegne in Liebe
Es ist so einfach, die Welt zu einem glücklichen Ort zu machen. Das Wichtigste ist: Nimm nicht die Probleme, die du hast, von zuhause mit und stülpe sie den anderen nicht über. Du frustrierst damit nicht nur dich, sondern auch die Menschen um dich.
Lass das, was dir widerfahren ist, nicht Macht über dich gewinnen. Es gibt so viele Menschen, die nicht einmal zu essen haben. Solange du gesund bist und nicht hungern musst, hast du auch Grund zur Freude. Was ich den Leuten draußen sagen möchte: Habt Mut in jeder Situation eures Lebens. Schaut nicht auf die schwierigen Umstände, sondern seid froh, denn Frohsinn ist der Schlüssel zu einem langen Leben. Wenn du traurig bist, wird auch dein Körper krank werden – und nicht nur das: „Wenn du traurig bist, ist es dein ganzes Haus“, heißt es in einem Sprichwort. Jedem von uns widerfahren viele
Dinge, doch man kann trotzdem glücklich sein. Wenn jemand dich ärgert, suche einen Weg heraus, und du wirst sehen: Es funktioniert, und du kannst glücklich sein. Eine Zeitlang kam immer wieder eine Frau an meinen Standort, die mich ärgern wollte. Jedes Mal, wenn sie mich sah, schrie sie mit mir und beschimpfte mich. Daraufhin sagte ich ihr jedes Mal, wenn ich sie sah, etwas Nettes, Freundliches. Und was ist passiert? Sie hat ihr Verhalten geändert, und schließlich sind wir Freundinnen geworden. Deshalb rate ich allen: Lass all das ziehen, was dich bedrückt. Fühle dich frei! Sprich mit den Menschen. Und wenn es dir einmal wirklich nicht gut geht, sprich mit jemandem darüber. Und das Allerwichtigste dabei: Sei freundlich zu den Menschen und begegne jedem in Freundschaft und mit Liebe.
Keine Macht dem Frust!
Manchmal ist das Leben nicht einfach, aber ich glaube daran, dass alles gut wird. Ich habe meinen Job verloren, als ich krank geworden bin. Mein Rücken schmerzt sehr, ich habe gebrochene Wirbel und wurde auch schon operiert.Oft habe ich Schmerzen, aber ich verzweifle nicht. Das kann ich mir auch nicht erlauben, denn mein Sohn braucht mich. Außerdem will ich meinen Problemen nicht erlauben, dass sie Macht über mich bekommen, und versuche, über den Sorgen zu stehen. Gib der Frustration keine Chance – ganz egal, was der Grund sein mag. Viele Menschen haben ein gebrochenes Herz, andere haben nie die Liebe ihrer Eltern erfahren. Auch ich verlor die Liebe meiner Mutter schon sehr früh. Sie starb, bevor ich zwei Jahre
alt war, bei der Geburt meines Bruders im Zuge eines Kaiserschnittes. Deshalb sage ich oft zu Menschen, die sich nicht gut mit ihrer Mutter verstehen: Melde dich bei ihr, bring deiner Mama Blumen! Ruf sie an und sei einfach nur froh, dass du noch eine Mutter hast. Ändere dein Bewusstsein und zeig deine Liebe. Blumen sind eine wunderbare Sache, denn durch sie verleiht man seiner Liebe Ausdruck. Vielleicht ist deshalb der Bauernmarkt hier in Andritz auch der beste Verkaufsplatz für mich. Hier gibt es wunderbare Pflanzen, und hierher komme ich sehr gerne. Fast alle Menschen in Andritz sind freundlich zu mir, und wenn ich Gemeinheiten höre, gebe ich ihnen keinen Raum. Wenn mich etwa jemand rassistisch beschimpft, reagiere ich nicht weiter darauf, sondern sage dann nur: „Das berührt mich nicht, denn Sie haben mich nicht bei meinem Namen angesprochen. Mein Name ist Joy, und das bedeutet Freude.“