Aufgeschrieben von: Julia Reiter
Fotos: Thomas Raggam
Obinna Prince Onyia
Ist besonders dankbar für den Billa-Filialleiter an seiner Verkaufstelle in Ragnitz.
Favour Morbina: Was hat dich zum Megaphon geführt?
Obinna Prince: Es war eine lange Reise. Als ich von Nigeria nach Österreich kam, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ein paar meiner Freund:innen erzählten mir von Megaphon: „Brother, you have to start somewhere!“ Das Leben besteht aus kleinen Schritten. Also suchte ich nach einem Gebiet, wo ich stehen könnte, und fand es in Ragnitz auch. Diese Reise war gut. Sie machte mich stark. Wenn ich vorm Billa stehe, lächle ich. Und selbst Menschen, die nicht glücklich sind, bringe ich zum Lachen. Das ist meine Mission. Und wenn Menschen dann einkaufen gehen, denken sie an mich und fragen sich, was sie für mich tun können. Aber manche Menschen versuchen auch, mich von dort zu verdrängen, weil ich lache und gut mit Menschen kann. „Ah, wie kann ein Ausländer nur so nett sein und lachen?“ Diese Menschen haben alles, aber sie sind nicht glücklich, während ich schon glücklich bin. Ich bin sehr dankbar. Wer ich heute bin, verdanke ich dem Megaphon.
Obinna Prince: Es war eine lange Reise. Als ich von Nigeria nach Österreich kam, wusste ich nicht, was ich tun sollte. Ein paar meiner Freund:innen erzählten mir von Megaphon: „Brother, you have to start somewhere!“ Das Leben besteht aus kleinen Schritten. Also suchte ich nach einem Gebiet, wo ich stehen könnte, und fand es in Ragnitz auch. Diese Reise war gut. Sie machte mich stark. Wenn ich vorm Billa stehe, lächle ich. Und selbst Menschen, die nicht glücklich sind, bringe ich zum Lachen. Das ist meine Mission. Und wenn Menschen dann einkaufen gehen, denken sie an mich und fragen sich, was sie für mich tun können. Aber manche Menschen versuchen auch, mich von dort zu verdrängen, weil ich lache und gut mit Menschen kann. „Ah, wie kann ein Ausländer nur so nett sein und lachen?“ Diese Menschen haben alles, aber sie sind nicht glücklich, während ich schon glücklich bin. Ich bin sehr dankbar. Wer ich heute bin, verdanke ich dem Megaphon.
Wie bist du davor klargekommen, bevor du bei Megaphon gelandet bist?
Als ich in Österreich angekommen bin, war es nicht einfach – ich musste Asyl beantragen. Am Anfang war Österreich ein fremdes Land und ich kannte niemanden, aber ich versuchte, Menschen kennenzulernen, indem ich sie anlächelte. „Happiness attracts“, ist mein Motto. Wenn du glücklich bist, schauen dich Menschen an und versuchen, dich kennenzulernen. Wenn du traurig bist, laufen die Menschen weg. Deswegen lege ich meinen Fokus darauf, glücklich zu sein, zu lächeln. Dafür musst du glücklich mit dir selbst sein. Denn wie sollst du andere glücklich machen, wenn du mit dir selbst nicht glücklich bist? Das waren meine ersten Schritte: Seelenfrieden finden, mich selbst glücklich machen und damit zufrieden sein, was ich habe – selbst, wenn es nur ein Euro in der Tasche ist.
Wie gehst du mit Menschen um, die dir nicht positiv gegenübertreten?
Es ist mir egal, ich lächle trotzdem weiter. Wenn sie über mich schimpfen, segne ich sie. Mein Fokus liegt darauf, zu geben, was ich habe. Und was ich habe, ist meine Freude. Dabei überwinde ich, was sie sagen. Ich setze Gutes ein, um Böses
zu überwinden.
Was sind die Herausforderungen beim Megaphon-Verkauf?
Eines Tages sagte mir mein Freund, bei dem ich wohnte, dass ich gehen sollte. Es war Winter. Ich ging zur Caritas mit nur ein oder zwei Euro, verbrachte dort die Nacht. Dann ging ich zu Megaphon, suchte einen Ort zum Duschen. Manchmal konnte ich in der Kirche schlafen und aufs Klo gehen. Ich sagte mir immer, es sei okay und vertraute auf Gott. Dann traf ich Christopher, einen Kunden von mir. Er sagte: „Ich bin dein Engel.“ Er wollte mir helfen. Ich werde das nie vergessen.
Wie hat er dir geholfen?
Ich wusste, dass es viel war, nach einem Apartment zu fragen. Und ich hatte nicht einmal Dokumente. Also blieb ich ein paar Minuten still, dann sagte ich ihm, dass ich auf der Suche nach einer Bleibe war. Nicht einmal zwei Wochen später rief er mich an und sagte: „Ich glaube, ich hab einen Platz für dich.“ Ohne mich richtig zu kennen, mietete er das Haus für mich, übernahm die Verantwortung. Er zahlte alles, was darin war, Bett usw. Er konnte die Miete reduzieren und zahlte sie vier Jahre. Und trotz allem kam er jeden
Monat, um das Megaphon zu kaufen. Aber er zahlte nie drei Euro, sondern freiwillig mehr. Nicht nur das. Dann fragte er
mich noch, wann ich zuletzt meine Familie gesehen hatte. Ich antwortete, vor langer Zeit. Er kaufte mir ein Flugticket nach Nigeria, um meine Familie besuchen zu können. Selbst als ich dort war, zahlte er meine Miete weiter. Er ist soein Segen für mich.
Was hat dich über all die Jahre motiviert, Megaphon zu verkaufen?
Ein Grund: Billa möchte mich nicht aufgeben. Ich bewege mich dort, wo ich möchte, hole mir einen Kaffee, quatsche mit dem Chef Christian Horn. Es ist wie Familie. Sobald ich einen Tag nicht da bin, beschweren sich Kund:innen. Zum Beispiel: Letztes Jahr flog ich nach Nigeria. Manche Menschen gingen sogar zur Polizei, um nach mir zu suchen. Sie wandten sich ans
Megaphon, um mehr herauszufinden. Als ich zurückkam, war es wie eine Party. Menschen kommen wegen mir zum Billa, um gemeinsam zu lachen.
Was interessiert dich abseits
vom Megaphon?
Ich versuche, Deutsch zu lernen, und ich möchte gerne Arbeit finden.
Was wäre dein Traumjob?
Menschen glücklich zu machen.
Was ist dein Megaphon „flavour of the month“? Was möchtest du noch loswerden?
Erdbeere. Und danke an das Megaphon für die Möglichkeit! Danke außerdem an Christopher, Barbara, Eva, Juli, Dr. Gernot, Mr. Cute and his lovely wife, die Wunderweiber und die Billa-Chefs! Und danke an alle Menschen in Ragnitz, dass ihr für mich da seid!
Welche Worte möchtest du an die anderen Megaphon-Verkäufer:innen richten?
Glaubt an euch! Behaltet euren Fokus! Wenn ihr hier sein möchtet, seid hier!
Glaubt an euch! Behaltet euren Fokus! Wenn ihr hier sein möchtet, seid hier!