Fotos: Christof Hütter
Samba Sow
Verkauft das Megaphon vor dem Spar in der Zinzendorfgasse in Graz.
Seine zweite Leidenschaft ist das Malen. Wer sich ein Bild von seinen Kunstwerken machen möchte, kann auf Facebook vorbeischauen. Sambas Name: „Samba Sow Sow“
Talent, Trikots und Tigana
Schon seit meiner Kindheit in Senegal habe ich Fußball gespielt. Damals kamen die Leute zusammen, um mir zuzusehen, wie ich mit dem Ball umging. Mein Vater war mein größter Unterstützer. Er hatte immer Bälle, Schuhe und Trikots für mich bereit und ermutigte mich, draußen zu spielen. Mit 15 hat er mir das Shirt meines Lieblingsvereins geschenkt: FC Barcelona – das war mein ganzer Stolz. Schon früh entdeckten die Leute mein Talent – ich glaube, dass ich von Gott mit einer besonderen Technik gesegnet wurde. Ich kann mich gut daran erinnern, wie die Zuseher:innen am Spielrand gejubelt haben und mich mit dem französischen Fußballer Jean Amadou Tigana verglichen haben. „Ihr habt die gleiche Technik!“, haben sie gesagt – was für ein Kompliment!
Schon seit meiner Kindheit in Senegal habe ich Fußball gespielt. Damals kamen die Leute zusammen, um mir zuzusehen, wie ich mit dem Ball umging. Mein Vater war mein größter Unterstützer. Er hatte immer Bälle, Schuhe und Trikots für mich bereit und ermutigte mich, draußen zu spielen. Mit 15 hat er mir das Shirt meines Lieblingsvereins geschenkt: FC Barcelona – das war mein ganzer Stolz. Schon früh entdeckten die Leute mein Talent – ich glaube, dass ich von Gott mit einer besonderen Technik gesegnet wurde. Ich kann mich gut daran erinnern, wie die Zuseher:innen am Spielrand gejubelt haben und mich mit dem französischen Fußballer Jean Amadou Tigana verglichen haben. „Ihr habt die gleiche Technik!“, haben sie gesagt – was für ein Kompliment!
Mein Herz gehört dem Spiel
Die regelmäßigen Trainingseinheiten am Strand in meiner Jugend haben mich geprägt. Ich habe an Turnieren teilgenommen, Tore geschossen und andere dazu ermutigt, ihr Bestes zu geben. Für mich gibt es keine Angst auf dem Spielfeld, nur die Konzentration darauf, was ich tun muss, um mein Team zum Sieg zu führen. Viele meiner Freunde haben mit mir gespielt: Wir haben uns abends am Meer getroffen und barfuß gekickt – das war so ein Spaß! Auch wenn die Chance, Profifußballer zu werden, nicht gekommen ist, ist Fußball immer noch das, was mich antreibt – meine „amour“. Selbst mit 54 Jahren fühle ich mich immer noch jung auf dem Platz. Ich kann es kaum erwarten bis zum nächsten Spiel, bis zur nächsten Herausforderung. Mit meinem Rücken und meiner Hüfte muss ich sorgsam umgehen – hin und wieder tut mir mein Körper weh, ich hoffe, das wird nicht schlimmer. Wenn ich kann, möchte ich auch noch mit 70 oder 80 Jahren Tore schießen und Bällen nachlaufen. Deshalb spiele ich ganz ruhig und entspannt. Ich konzentriere mich nur auf den Ball und meine Mitspieler:innen. Was sonst rund um mich herum passiert, blende ich komplett aus.
Vom Asylquartier zum Fußballplatz
Meine Liebe zum Fußball hat mich auch durch schwierige Zeiten getragen. Als ich nach Graz kam, war Fußball meine Zuflucht. Ich spielte mit anderen Flüchtlingen, schloss Freundschaften und fand Trost in diesem Spiel. Von 2015 bis 2019 habe ich in der Nähe von Mariazell in einem Asylquartier gelebt.
Die Zustände: katastrophal. Die Menschen: phänomenal.
Auch, wenn ich mich mit meinen Kollegen dort nicht unterhalten konnte, haben wir uns beim Fußballspielen verstanden. Egal, ob Araber oder Afghanen – am Spielfeld wissen alle, was zu tun ist. Selbst jetzt, wenn ich das Megaphon verkaufe, ist Fußball
immer bei mir. Mein Facebook-Profil ist voller Fußballinhalte und mein Handyhintergrund ist ein Bild von mir beim streetfootbALL festival 2023. Wir haben am Grazer Hauptplatz gespielt. Nach dem Coca-Cola Unified Cup am ersten Tag haben wir am zweiten den 20 Jahre Homeless Worldcup gefeiert. Wie? Natürlich mit Spielen! Das ist und bleibt das Highlight der letzten Jahre. Fußball ist mehr als nur ein Spiel für mich. Es ist mein ganzes Leben, meine ganze Freude. Und solange ich atme, werde ich immer ein Fußballer sein.