August 2025

Megaphon #354

Boomer, GenZ, Gen Alpha –

 

In Generationen zu denken, gehört heutzutage offenbar zum guten Ton. Je größer der zeitliche Abstand zwischen ihnen, desto unterschiedlicher sind auch ihre Denk- und Sichtweisen. Das könnte man zumindest meinen. Um dieses Klischee genauer unter die Lupe zu nehmen, hat sich eine Redaktion aus Studierenden der FH Joanneum in dieser Ausgabe des Megaphon damit befasst, was Generationen verbindet, was sie unterscheidet und was sie voneinander lernen können.

Früher war alles besser? Heute ist alles Krise? Ist das auch so ein Generationenklischee oder ist da was dran? Um dieser Frage nachzugehen, luden wir zu einem Generationengespräch ein. Dabei sprachen wir mit drei Frauen unterschiedlicher Altersgruppen und Hintergründe über einige der großen Themen, die sie in ihrem Leben beschäftigen. Das müssen aber nicht immer globale Krisen sein.

Um ganz persönliche Herausforderungen geht es in einer anderen Geschichte, für die wir Monika K. getroffen haben. Mit uns sprach sie über ihre Erfahrungen als queere Person in den 80er Jahren und stellte dabei fest, dass es heute einfacher ist, sich offen queer zu zeigen. Als Gesellschaft haben wir aber trotzdem noch einen weiten Weg zu gehen, um ein sicheres Umfeld für alle garantieren zu können.

Beim Thema persönliche Sicherheit geht es für viele auch um die Frage, wer sich um uns kümmert, wenn wir einmal alt sind. Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, uns so um uns selbst zu kümmern, wie wir es benötigen, sind wir auf die Hilfe anderer angewiesen. Dabei stellt man sich nur selten die Frage, wie es denen geht, die 24 Stunden am Tag für andere da sein sollen. Um auch die Umstände dieser Menschen aufzuzeigen, haben wir mit 24-Stunden-Betreuer:innen aus verschiedenen Ländern gesprochen, die uns persönliche Einblicke in ihre Lebenssituationen gegeben haben.

Helfer:innen in der Not findet man manchmal ganz unverhofft: Ein Grazer hat für seine Nachbarin eine Vorsorgevollmacht übernommen. Nun trägt er die offizielle Verantwortung für einen Menschen, den er vorher nur flüchtig kannte. Wir haben mit ihm über die Situation gesprochen und warum er sich dieser Aufgabe annimmt.

Editorial von Mellisa Kautsch & Bianca Klein

 

In diesem Monat zu lesen

 

„Hoffnung klingt nach Naivität, aber es ist eigentlich harte Arbeit“?

Drei Frauen – Rosemarie Kurz (89), Irina Karamarkovic (46) und Marlene Seidel (24) – sprechen über ihren Umgang mit Krisen, Hoffnung und generationenübergreifendem Zusammenhalt. Sie diskutieren politische Bildung, gesellschaftliche Ohnmacht, Klimawandel, Demokratiedefizite und persönliche Krisenerfahrungen. Alle drei betonen die Wichtigkeit von Resilienz, gegenseitigem Lernen und aktiver Hoffnung

Hand in Hand durch die Herrengasse – eine queere Geschichte

Monika K., heute 59, erzählt von ihrem Aufwachsen in einer konservativ-religiösen Umgebung, dem langjährigen inneren Kampf mit ihrer Sexualität und ihrem späten Coming-out mit über 50 Jahren. Erst durch persönliche Therapie und den Besuch queerer Veranstaltungen konnte sie sich öffnen. Heute lebt sie offen lesbisch und engagiert sich gegen Diskriminierung.

Im Niemandsland

Vier Frauen – Csilla, Mia, Sonja und Viktoria – berichten von ihrem Leben als 24-Stunden-Betreuerinnen in Österreich. Ihre Geschichten zeigen prekäre Arbeitsbedingungen, emotionale Isolation, fehlende Freizeit und den Druck, zwischen Herkunfts- und Arbeitsland zu pendeln.

ZAHLEN-QUELLEN:

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