Text: Anna Maria Steiner
Fotos: Arno Friebes

Gabriel Sunday Igein

Unser Verkäufer des Monats im Dezember 2019.

Spitzname: Sunny
Alter: 36 Jahre
Megaphon-Verkaufsplatz: Spar, Gleinstätten
Motto: Wenn mir die Menschen im Vorbeigehen zurufen „Ich habe keine Zeit!“, dann sag ich: „Macht nichts. Ich habe Zeit für dich.“

Ich bin … glücklich. Mein zweiter Vorname lautet „Sunday“. Weil ich an einem Sonntag geboren bin, haben mich meine Eltern im zweiten Vornamen so genannt. Viele rufen mich „Sunny“, aber den Ausdruck „Sonntagskind“ habe ich bisher nicht gekannt. Wenn ich auf mein bisheriges Leben schaue, muss ich sagen: So oft, wie ich schon Glück hatte, muss ich wohl ein Sonntagskind sein …

Mein Traum ist … zu zeigen, was in mir steckt. Ich liebe es, zu lernen, meinen Kopf anzustrengen und Lösungen zu finden. Das Megaphon verkaufe ich seit 2016. Im Jahr 2017 arbeitete ich zusätzlich als Hausmeister. In Nigeria habe ich 2005 das Zivilingenieur-Studium abgeschlossen. Deshalb würde ich gerne hier in Österreich im Straßenbau arbeiten. Aber egal, welche Arbeit ich gerade mache – mein Motto lautet stets: Liebe das, was du tust! 

Am liebsten bin ich … in der Natur. Ich liebe es zu wandern, und wann immer Zeit ist, bin ich im Wald und in den Bergen der wunderschönen Steiermark. „Du bist a echter Steirerbua“, sagen einige meiner Kund_innen. Stimmt! Ich kann Kürbissuppe kochen und liebe Salat mit Kernöl. Und mein Lieblingsspruch im Dialekt ist: „Wos ma nit im Kopf hot, hot ma in de Beine.“

Das schönste Kompliment… das mir in Österreich jemand gemacht hat, war: „Gabriel, bevor du zu uns gekommen bist, hatte ich oft das Gefühl, dass sich viele Menschen selbst nicht leiden können. Seit du da bist, ist das anders.“ Der Mann, der das gesagt hat, hat mir das sogar schriftlich gegeben. Den Zettel habe ich heute noch und freue mich darüber …

In Gleinstätten fühle ich mich… ganz einfach zuhause. 2015 kam ich nach Österreich, ohne ein Wort Deutsch zu können. Am Anfang lernte ich die Sprache von meinen Megaphon-Kund_innen. Jeden Sonntag ging ich zur Messe, und Kirchenmitglieder haben für mich einen Deutschkurs organisiert. Später pendelte ich täglich nach Graz, um einen weiteren Sprachkurs zu machen, aber wohnen will ich nicht in der Stadt. Ich möchte in Gleinstätten bleiben. Hier fühle ich mich wie im Kreis meiner Familie und bin dankbar für die Aufmerksamkeit und Liebe, die mir Menschen entgegenbringen.